Lieber Jannis, magst du uns ein bisschen mehr über dich und deinen Alltag in Berlin erzählen?
Ich bin Jannis und lebe mit meiner Freundin und unseren beiden Katzen im Prenzlauer Berg, in einer Altbauwohnung mit rund 100 Quadratmetern. Berlin ist für mich Zuhause, auch wenn mein Alltag oft an verschiedenen Orten stattfindet. Durch meinen Beruf als Investment Manager bin ich viel unterwegs, weshalb sich mein Leben regelmäßig zwischen Berlin und Frankfurt am Main abspielt.
Trotz der vielen Reisen versuche ich, in Berlin einen festen Ankerpunkt zu haben. Unsere Wohnung ist für mich genau das: ein Ort, an dem ich zur Ruhe komme, an dem ich gestalten kann und an dem ich mich wirklich zuhause fühle. Die Mischung aus Altbaucharme, klarer Einrichtung und ein paar Designklassikern macht den Raum für mich besonders. Natürlich gehören unsere beiden Katzen genauso zum Alltag wie der tägliche Tee oder das Packen des nächsten Koffers. Gerade weil ich so viel Zeit in Hotels verbringe, bedeutet mir Berlin – und besonders unsere Wohnung – umso mehr. Sie ist der Ort, an dem ich wirklich ankomme.
Welche Rolle spielt Einrichtung für dich persönlich – und wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Einrichtung spielt für mich eine große Rolle, weil sie ein wichtiger Ausgleich zu meinem beruflichen Alltag ist. Als Investment Manager arbeite ich überwiegend analytisch und strukturiert, wodurch Kreativität im Job eher selten gefragt ist. Interior Design bietet mir genau den Raum, den ich brauche, um mich gestalterisch auszuleben und etwas zu schaffen, das sich unmittelbar auf mein Wohlbefinden auswirkt.
Mein Stil ist stark durch mein berufliches Umfeld geprägt. Die klaren Linien, die funktionalen Arbeitsplätze und die hochwertigen Materialien, die ich aus modernen Büros kenne, haben meinen Blick geschärft und meinen Geschmack beeinflusst. Diese Einflüsse spiegeln sich auch in meiner Wohnung wider: Ich bevorzuge reduzierte Formen, eine ruhige Gestaltung und Möbel, die sowohl ästhetisch als auch praktisch überzeugen.
Gleichzeitig ist mir wichtig, dass meine Einrichtung nicht steril wirkt. Ich kombiniere funktionale, klare Elemente mit Stücken, die Persönlichkeit zeigen und dem Raum Wärme geben. Dadurch entsteht ein Stil, der strukturiert, modern und gleichzeitig wohnlich ist. Für mich ist Einrichtung nicht nur Dekoration, sondern ein Mittel, meinen Alltag angenehmer zu gestalten und einen Ort zu schaffen, an dem ich mich wirklich wohlfühle.
Woran erkennst du für dich ein wirklich gutes Möbelstück? Welche Bedeutung haben zeitlose Klassiker in deinem Zuhause?
Für mich ist ein gutes Möbelstück eines, bei dem Handwerk, Materialqualität und Funktion zusammenpassen. Ich schätze es, wenn man sieht und spürt, wie viel Arbeit und Erfahrung in einem Stück steckt. Deshalb achte ich besonders auf eine saubere Verarbeitung und darauf, dass das Möbel seine Aufgabe ohne Einschränkungen auch noch nach vielen Jahren zuverlässig erfüllt – ohne Kompromisse.
Langlebigkeit spielt für mich eine große Rolle, gerade weil meine Möbel auch dem Alltag mit meinen Katzen standhalten müssen. Ich möchte, dass alles auch nach Jahren noch funktioniert, sich gut anfühlt und optisch nicht an Qualität verliert. Zeitloses Design spielt dabei eine große Rolle, weil es nicht schnell veraltet und sich gut in unterschiedliche Wohnsituationen einfügt.
In meinem Zuhause entsteht daraus ein Mix aus zeitlosen Klassikern, praktischem Stauraum und flexiblen Möbeln, die Veränderungen zulassen. Um sie herum kann ich mich kreativ austoben, Möbel umstellen oder einzelne Stücke austauschen, wenn mich die Lust auf Veränderung packt. Diese Balance aus Beständigkeit und Flexibilität macht meine Einrichtung für mich lebendig und persönlich.
Für deinen Esstisch hast du dich für den Freischwinger S 43 von Mart Stam entschieden. Was hat dich an genau diesem Modell überzeugt?
Die S 43 waren tatsächlich eines der ersten Möbelstücke, die ich mir nach dem Auszug aus meiner Studenten‑WG für meine eigene Wohnung angeschafft habe. Das Modell hat mich sofort überzeugt, weil es genau das verkörpert, was ich an gutem Design schätze: eine schlichte, funktionale Bauhaus‑Ästhetik und gleichzeitig einen hohen Sitzkomfort.
Das federnde Freischwingergestell macht den Stuhl unglaublich angenehm im Alltag, und die reduzierte Form wirkt für mich bis heute modern und zeitlos. Es ist ein Möbelstück, das nicht versucht, im Mittelpunkt zu stehen, aber durch seine Klarheit und Qualität trotzdem auffällt. Genau diese Mischung aus Design, Funktion und Langlebigkeit hat mich damals wie heute überzeugt.
Mit dem Schreibtisch S 285 ist ein weiteres Thonet-Möbel bei dir eingezogen. Was gefällt dir besonders an diesem Stück?
Für mich war der S 285 schon lange ein Möbelstück, das ganz oben auf meiner Wunschliste stand. Wenn man sich für Interior Design interessiert, hat man meist genau dieses eine Stück, das man irgendwann unbedingt besitzen möchte – und beim S 285 war das bei mir der Fall.
Was mir daran besonders gefällt, ist die Kombination aus ikonischem Bauhaus‑Design und echter Alltagstauglichkeit. Ähnlich wie bei meinen S 43 Freischwingern wirkt der Schreibtisch durch seine reduzierte Form sehr modern, ohne dabei an Funktion einzubüßen. Die Arbeitsfläche hat für mich genau die richtige Größe, und die beiden Korpusse bieten den Stauraum, den ich brauche, damit mein Arbeitsplatz ordentlich bleibt.
Der S 285 ist inzwischen das zentrale Element meines Büros. Ich richte den Raum gerade bewusst um dieses Möbelstück herum ein, weil es für mich sowohl optisch als auch funktional den perfekten Ausgangspunkt bildet.
Gibt es weitere Thonet-Designs, die auf deiner persönlichen Wunschliste stehen?
Ich bin ein großer Fan der Zusammenarbeit von Jil Sander x Thonet – die Designs sind einfach unglaublich klar, modern und gleichzeitig respektvoll gegenüber der Thonet‑Tradition. Besonders der neue S1070 „Serious“ hat es mir angetan: reduziert, präzise, fast schon skulptural. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich die Größe bei mir zuhause gut stellen könnte, damit der Tisch wirklich die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.
Auch die S 64 V und S 64 P aus der Kooperation finde ich großartig, weil sie die klassische Thonet‑DNA mit einer sehr modernen, fast modischen Klarheit verbinden.
Super spannend fände ich außerdem einen passenden Schreibtischstuhl zum S 285. Der S 56 PFDRW EVO wäre da eine richtig schöne, ergonomische Ergänzung – technisch, aber trotzdem elegant. Vielleicht sogar mit einem kleinen Farbakzent, zum Beispiel einem dunklen Grün. Wenn es wiederum etwas ikonischer und schlichter sein darf, dann natürlich der S 64 V, der einfach immer funktioniert und den Bauhaus‑Charakter des S 285 perfekt aufgreift.
Meine Wunschliste ist dementsprechend noch groß.