Bauhaus Museum

Dessau

Thonet in Dessau: Stahlrohrmöbel vergegenwärtigt

Das Bauhaus Museum Dessau wurde 2019 eröffnet und beherbergt die zweitgrößte Bauhaus-Sammlung der Welt. Es ist darüber hinaus ein Ort, an dem das Erbe des Bauhauses lebendig vermittelt und weitergedacht wird. Als ein scheinbar schwebender Riegel aus Beton in einer gläsernen Hülle steht es im Zentrum von Dessau. Mit den Meisterhäusern und dem historischen Bauhausgebäude, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind, zeugt es vom Reiz und der Relevanz moderner Gestaltung. Das Gebäude wurde von addenda architects, einem Architekturbüro aus Barcelona, entworfen, das sich 2015 in einem internationalen Wettbewerb durchsetzte. Sowohl im Museum als auch im Atelierbau des Bauhausgebäudes, dem sogenannten Prellerhaus, finden sich heute unterschiedlichste Thonet-Möbel. Als Stahlrohrmöbel ist ihre Entstehung eng mit der Geschichte des Bauhaus Dessau verbunden. Ihre Vielfalt zeigt, wie diese Geschichte heute noch nachwirkt und das ästhetische Empfinden der Gegenwart prägt.

Ab September 2025 feiert die Stiftung Bauhaus Dessau ein Jubiläumsjahr mit einem künstlerischen Programm sowie Ausstellungen, Konferenzen und Festen. Unter dem Titel „An die Substanz“ stehen die Materialien der Moderne und der Gegenwart im Fokus. 

Thonet, B 10, Bauhaus Museum
Thonet, S 43 F, Bauhaus Museum

Stahlrohrmöbel im Atelierhaus

Im Prellerhaus, das Teil der historischen Räume des Bauhauses ist, stehen auch heute Stahlrohrmöbel von Thonet, wie sie vor 100 Jahren von Marcel Breuer erdacht wurden. Gemeinsam mit einem Schlossermeister der Junkers-Flugzeugwerke experimentierte Breuer in der dortigen Versuchswerkstatt und so entstanden die ersten Wohnmöbel aus Stahlrohr, darunter der B 9 als Sitzhocker. Bis dato war der Einsatz des klaren, kühlen Metalls für Wohnmöbel undenkbar gewesen. Kurz darauf entstand auch der B 10, ein langer, schmaler Beistelltisch, der heute im Bauhausgebäude steht und das reduzierte Konstruktionsprinzip – ein gebogenes Stahlrohr und eine Tischplatte – exemplarisch verkörpert.

Zeitgleich zu Marcel Breuer experimentierte Mart Stam mit Gasleitungsrohren, die er mit Muffen (gebogenen Rohrteilen) verband. So entstanden die ersten freikragenden Stühle. Sie verbanden eine klare Form mit dem funktionalen Effekt eines federnden Sitzmöbels. Der hier zu sehende S 43 F ist eine um Armlehnen erweiterte Variante des reduzierten Freischwingers. Die Armlehnen betonen seine streng kubische Form. Seine pure Ästhetik macht diesen Freischwinger zu einem exemplarischen Entwurf im Geiste der Moderne. Heute fungiert das Prellerhaus als Gästehaus und lädt zum Übernachten ein. In den 28 Atelierräumen im Bauhausgebäude lebten und arbeiteten Vertreter:innen auf jeweils rund 24 Quadratmetern Fläche.

Saalbestuhlung im Bauhaus Museum Dessau

Im Vorführraum des Museums sowie in kleineren Besprechungsräumen findet sich im Kontrast dazu der von Delphin Design entworfene S 160 SPF. Als zeitgenössischer Stahlrohrstuhl mit einer Schale aus Polypropylen verbindet er moderne Materialität mit reduzierter Funktionsästhetik. Mit ihrer patentierten Verbindungstechnik lassen sich die Stühle platzsparend und ohne Werkzeug verketten. Bei flexibler Raumnutzung können bis zu 17 Stühle aufeinandergestapelt werden. Am Bauhaus punktet der Stuhl neben seiner Funktionalität mit seiner Zurückhaltung, die die Aufmerksamkeit auf das Vorliegende lenkt.

Thonet, Jay Gard, B 9 H, Bauhaus Museum
Thonet, Jay Gard, B 9 H, Bauhaus Museum
Thonet, Jay Gard, B 9 H, Bauhaus Museum

Sonderedition des B 9 H von Jay Gard

Im Zuge seiner Jubiläums-Residenz gestaltete Jay Gard auf Anfrage des Museums eine Sonderedition des B 9 als Hocker. Walter Gropius und Marcel Breuer selbst stritten seinerzeit um die Frage, inwieweit es sich bei dem Hocker um ein Massenprodukt oder um einen künstlerischen Entwurf handelt. Als Ausgangspunkt für sein neues Werk wählte Jay Gard einen handgewebten Kinderteppich von Margaretha, genannt Grete Reichardt, einer erfolgreichen Gestalterin aus der Textilwerkstatt des Bauhauses. Die Fachbereichszuordnung am Bauhaus war u.a. von Geschlechterklischees geprägt, was Künstlerinnen wie Anni Albers kritisierten. Die Kollektionen „Margaretha“ und „Margaretha 2“ als Zusammenspiel von Breuers Design, Reichardts Farben und Gards Interpretation schaffen ein immer neues Farbspiel der beweglichen Sitzhocker und laden zu einem Dialog über Autorenschaft, Geschlecht und Gestaltung ein. 

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