Charakteristisch für den S 411 ist die elegant geschwungene S-Form seines Stahlrohrgestells, die sich bis in die kufenförmigen Armauflagen fortsetzt. „Diese Linienführung entfaltet eine ausgeprägte Dynamik und steht in bewusstem Kontrast zu den komfortablen Lederpolstern der Sitz- und Rückenflächen“, sagt Jil Sander. „Der Verzicht auf scharfe Winkel hingegen verleiht dem Entwurf eine opulente Ausstrahlung.“
Der hohe Sitzkomfort ergibt sich aus einer hochwertigen Federkern-Polsterung in Verbindung mit der konstruktiven Leichtigkeit eines Freischwingermodells. Ergänzt wird der Sessel durch den passenden Fußhocker S 411 H, dessen Gestell die geschwungene Form aufnimmt. So funktioniert das Duo als entspannter, horizontal gedachter Rückzugsort.
Der S 411 entstand 1932 als Thonet-Werksentwurf und galt zu seiner Zeit als Innovation. Während die frühen Stahlrohrmöbel der 1920er Jahre kaum gepolstert waren, markiert der S 411 den Übergang zu komfortablen, voluminös gepolsterten Sesseln und Sofas, wie sie ab Mitte der 1930er Jahre in das Thonet-Programm aufgenommen wurden. Der Entwurf folgt den Prinzipien der am Bauhaus tätigen Gestalterinnen und Gestalter und ist ein charakteristisches Zeugnis seiner Entstehungszeit.
Die geschwungene Linienführung des Gestells greift die Form des sitzenden menschlichen Körpers auf und erinnert Jil Sander an die Bewegungsstudien des italienischen Futurismus. „Zugleich scheint dem Sessel im Geist des Konstruktivismus die Schwerkraft genommen – er wirkt, als würde er frei im Raum schweben“, sagt die Designerin und ergänzt: „Ich wollte diese Leichtigkeit ohne Chromreflexe erreichen und den S 411 zugleich erden.“
Im Sinne konsequent puristischer Formgebung hat Jil Sander für ihre Interpretation des S 411 eine besondere Polsterverarbeitung entwickelt. Die Vollumpolsterung ist gänzlich mit dem jeweiligen Lederbezug ummantelt und wird durch einen umlaufenden Keder am Rücken gefasst. Ein bewusst reduziertes Nahtbild sowie präzise abgenähte Ecken verleihen dem Sessel eine ruhige, monolithische Anmutung und betonen zugleich die handwerkliche Präzision der Fertigung.
Analog zu den übrigen Möbeln der Kollektion ist auch der Sessel S 411 in den beiden klar voneinander abgegrenzten Gestaltungslinien SERIOUS und NORDIC erhältlich. In der Ausführung SERIOUS wird das Stahlrohrgestell in einer rauchig glänzenden Titan-Anmutung umgesetzt; die Armauflagen sind hochglanzlackiert in den Kollektionsfarben Graphite Black, Graphite Ruby Red, Graphite Green oder Graphite Blue. Lederpolster in korrespondierenden Farbtönen unterstreichen den luxuriösen Charakter dieser Serie. Die helle Gestaltungslinie NORDIC hingegen setzt auf ein mattes Nickelsilver-Finish mit Goldschimmer für das Gestell sowie Armauflagen aus weiß pigmentierter Eiche. Die Lederpolster sind in den Farbtönen Light Caramel, Burnt Walnut oder Alabaster White verfügbar. Diese verleihen dem Sessel eine warme Ausstrahlung und legen den Fokus bewusst auf eine zurückhaltende Wirkung.
Die Zusammenarbeit von Jil Sander und Thonet basiert auf einem gemeinsamen Verständnis von zeitlosem Design, Materialqualität und handwerklicher Präzision. „Jil Sanders Mode stand immer für einen lässigen, eleganten Luxus – so wie Möbel von Thonet Menschen oft ein Leben lang begleiten“, sagt Norbert Ruf, Creative Director von Thonet. „Uns geht es darum, über Produkte einen bleibenden Wert zu vermitteln.“ Diese Haltung prägt die gesamte Kollektion JS . THONET, die aktuell die Freischwinger S 64 und S 32, den Tisch S 1070, den Sessel S 411 und Hocker sowie den Beistelltisch B 97 umfasst. Alle Produkte sind in den Gestaltungslinien SERIOUS und NORDIC erhältlich.
Der Luxus der Kollektion JS . THONET liegt nicht im Gestus, sondern in der außergewöhnlichen Qualität von Material, Detail und Verarbeitung. Absolute Zeitlosigkeit und Wertbeständigkeit machen die Möbel zu langlebigen Begleitern, deren Qualität die Investition rechtfertigt. Als exklusives Detail der Signature-Kollektion sind alle Produkte mit einer feinen „JS . THONET"-Gravur am Stahlrohrgestell versehen. Diese unterstreicht die besondere Wertigkeit und Authentizität der Entwürfe.
In ihrer gestalterischen Haltung sieht sich Jil Sander eng mit dem Bauhaus-Gedanken verbunden und verweist dabei insbesondere auf Marcel Breuer: „Marcel Breuer legte Wert darauf, industrielle Techniken und Bauelemente im Nutzerbereich mit angenehmen, qualitativ hochwertigen traditionellen Materialien wie Leder, Holz und Stahlrohr zu kombinieren. Er hat die avantgardistische Ästhetik mit einem Sinn für Bequemlichkeit in Einklang gebracht. Das war weitsichtig und macht heute auf dem Markt den Unterschied.“ Wie Breuer legt auch Jil Sander großen Wert auf Komfort, präzise Verarbeitung und eine intuitive, dem modernen Lebensstil entsprechende Nutzbarkeit. Die Spannung zwischen industrieller Konstruktion und warmen, sinnlichen Materialien bildet dabei die gestalterische Grundlage der Kollektion JS . THONET.