Thonet, Conferencing

S 95: Die 'Making-of Story'

 

Nach einem Briefing für externe sowie interne Designer überzeugte Randolf Schott aus dem Thonet Design Team mit seinem Entwurf. Die Entwicklung eines Konferenzsessels war eine Herausforderung, der sich Randolf Schott mit Respekt und großem Feingefühl stellte. Nach der Garderobe S 1520 und dem Schreibtisch S 1200 ist der Stuhl S 95 nun das erste eigene Sitzmöbel des Designers.

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Randolf Schotts Ziel war es, eine zeitgemäße Konferenzstuhlfamilie zu gestalten, die in allen Details zum Portfolio und zur Marke Thonet passt und sich gleichzeitig durch Komfort, Funktionalität und hohe Qualität sowie eine ausgewogene Ergonomie auszeichnet. Die Herausforderung bestand insbesondere darin, sich in dem eng gesteckten Anforderungsrahmen zu bewegen, daraus ein schlüssiges Konzept zu entwickeln und zusätzlich etwas formal Neues und Innovatives zu kreieren. Darüber hinaus sollte der Entwurf mit dem Konferenztischprogramm S 8000 von Hadi Teherani kombinierbar sein.

 

Inspiration fand Schott im zeitgenössischen Automobildesign der Premiummarken, einer Branche, die eine stetig treibende Kraft für Design, Innovation und Technik darstellt. Dabei spielten die Begriffe Dynamik, Sportlichkeit, Eleganz, Status, Materialität, Qualität und Hochwertigkeit eine ebenso große Rolle wie die Gestaltungsmöglichkeiten und Materialkombinationen von Metall, Kunststoff, Leder oder Holz.


In Form von Skizzen und Moodboards hielt er die ersten Gestaltungsansätze fest, Materialien wurden recherchiert und erste Ideen im CAD konstruiert und verfeinert. Besondere Aufmerksamkeit richtete er auf die Rückseite des Stuhls, da diese Ansicht zuerst ins Auge fällt, wenn der Stuhl um einen Tisch gruppiert wird.

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Im Entwicklungsprozess galt es, Lösungen für viele Details zu finden, um den hohen Anforderungen im Objektbereich und den damit verbundenen Test- und Prüfkriterien gerecht zu werden. Vor allem war Schott daran gelegen, die vielen Einzelkomponenten der Produktfamilie, die alle in direkter Abhängigkeit zueinander stehen, harmonisch miteinander zu verbinden – eine Herausforderung für die technische Entwicklung des Produkts. So mussten z. B. zur Herstellung der Polsterelemente oder der Aluminiumverbinder spezielle Werkzeuge gefertigt werden, um die gewünschte Formgebung zu erreichen. Das Aluminiumfußkreuz erforderte besondere Aufmerksamkeit im Hinblick auf Gestaltung und Umsetzung: Hier wurde eng mit einem kompetenten Partner zusammengearbeitet, um modernstes Know-how einfließen zu lassen. Doch bevor das Werkzeug entstand, wurde im Vorfeld Analyse durchgeführt, um eventuelle kritische Bereiche zu lokalisieren und anpassen zu können.

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Mit dem verwendeten Vierkantstahlrohr und Flachstahl erweitert Thonet – für seine freischwingenden Klassiker aus Stahlrohr weltbekannt – sein Material-Portfolio. Zudem wurde hiermit ein Bezug zu Thonet-Modellen aus den 1950er- und 1960er-Jahren hergestellt.


Im hauseigenen Prüflabor wurden alle Varianten auf Stabilität und Haltbarkeit geprüft. Die Prüfkriterien und -zyklen sind im Projektbereich gegenüber Möbeln im Wohnbereich um ein Vielfaches höher und dauern mitunter mehrere Wochen.      


Im Vorfeld zur finalen Erstpräsentation wurden verschiedene Materialcollagen entwickelt, die für die Kommunikation und Fotoshootings Verwendung fanden.

Zu den Aufgaben von Randolf Schott gehörte es auch, sich um qualitätsrelevante Belange des Projekts zu kümmern. Um eine definierte Passgenauigkeit in der Serienfertigung zu garantieren, prüfte er alle Einzelkomponenten vor der Montage auf Maßhaltigkeit, Oberfläche und Verarbeitung.

 

Der Gestalter begleitete jeden Arbeitsschritt der Produktion innerhalb des Werks: vom Polstern der Sitz- und Rückenelemente über das Fräsen der Holzarmauflagen bis hin zur Montage. Das Projekt stetig wachsen zu sehen, war für Randolf Schott eine besonders schöne Erfahrung. 

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Die erfolgreiche Präsentation auf der Kölner Büromöbelmesse Orgatec 2014 war ein spannendes Ereignis am Ende des Entwicklungsprozesses. Das Programm wurde ganzheitlich vorgestellt und von unseren Händlern und Kunden mit Begeisterung aufgenommen. Die nachfolgenden Händler-Roadshows, Presse-Events und erste Referenzobjekte zeigten, dass sich Kunden und Händler mit dem Konzept gut identifizieren konnten und die angebotenen Gestaltungsmöglichkeiten rege nutzten: Das Programm S 95 bietet eine große Variantenvielfalt für den gehobenen Objektbereich, mit Freischwingern und Drehstühlen in verschiedenen Rückenhöhen, Oberflächen und Ausstattungen. Besonders durch den Einsatz von Inlays im Fußdrehkreuz, dem perforierten Leder für die Polsterbezüge und Armauflagen in verschiedenen Hölzern lassen sich sehr vielfältig einsetzbare und individuelle Varianten für den gehobenen Objektbereich gestalten.     


Rückblickend war dieses Projekt für den Designer Randolf Schott eine große Heraus-forderung und Erfahrung, welche für ihn einen Meilenstein in seiner gestalterischen Laufbahn bei Thonet darstellt.

 

 

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Der Designer

Randolf Schott, 1974 in Torgau geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Möbeltischler und studierte von 2000-2004 Produktdesign an der Angewandten Kunst Schneeberg (Fachbereich der Westsächsischen Hochschule Zwickau). Anschließend war er Assistent im Büro Delphin Design. Seit 2006 ist er als Designer und Projektleiter in der Thonet-Produktentwicklung beschäftigt.

 

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