Development mode
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Design und Kreativindustrie:

Das Thomas Mann House als Brückenschlag 

 

Nach behutsamer Sanierung wurde das Anwesen am 18. Juni 2018 als neue Residenz der Bundesrepublik Deutschland für Intellektuelle aus Kultur, Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft eröffnet. 

 

“Dieses Haus ist ein Teil des Besten, was Deutschland im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat“, erklärt Thomas-Mann-Forscher Heinrich Detering. Das Thomas Mann Haus am San Remo Drive in Pacific Palisades im Nordwesten von Los Angeles galt als Ort des Exils für Menschen, die gegen den Ungeist der Nationalsozialisten und für ein freies und demokratisches Deutschland einstanden. Detering ist einer der ersten Stipendiaten des künftigen Residenzprogramms: „Damit ist etwas gerettet, was nicht nur für Thomas Mann steht, sondern für die Kultur meines Landes“, so der Literaturwissenschaftler.  

 

Unter Planung und Leitung von Ursula Seeba-Hannan, geschäftsführende Gesellschafterin der LenzWerk Holding aus Berlin, arbeiteten einige der angesehensten Vertreter des zeitgenössischen deutschen und internationalen Möbeldesigns sowie der Kreativindustrie am Innenausbau des ehemaligen Mann-Anwesens, der von der Berthold Leibinger Stiftung finanziert wird. Geleitet werden die Arbeiten dabei von einer Idee: Der offene Geist des Hauses soll beibehalten, den damaligen Designern wie Richard Neutra, Kem Weber, Hans Knoll oder Marcel Breuer weiterhin Raum gegeben werden.  

 

Gleichzeitig soll die Einrichtung Thomas Manns nicht originalgetreu wiederhergestellt werden. Das heutige Interieur soll dessen Haltung und Wesen vielmehr in die Gegenwart übertragen. Für alle Gestaltungs- und Materialentscheidungen gilt deshalb gleichermaßen: Im jetzt eröffneten Thomas Mann Haus spiegelt sich die historische wie gegenwärtige Bedeutung des Hauses als Kulturstandort der Bundesrepublik im heutigen Amerika wider.

 

»Wir sind stolz darauf, mit dazu beitragen zu können, durch die neu eröffnete Residenz im Thomas Mann Haus in L.A. auch deutsche Kreativität zu kommunizieren«, sagt Ursula Seeba-Hannan im Namen aller beteiligten Firmen, darunter deutsche und international bekannte Unternehmen wie Carpet Concept, Hans Timm Fensterbau GmbH, Jan Kath, JOKA, Kohler, KPM, Occhio, Thonet, Vitra, Villeroy&Boch und Walter Knoll sowie des Art Directors Club (ADC), der das Projekt unterstützt. 

 

Das Thomas Mann Haus in Los Angeles wird so nicht nur zu einem Ort für kulturelle Praxis, sondern auch zu einem Beispiel für zeitgenössisches Design.