Development mode

Thonet und die Moderne in der Architektur

THONET

und die Moderne in der Architektur

Bauhaus Dessau, Architekt Walter Gropius, 1926

Eine der wichtigsten Stationen in der Geschichte der Moderne in Architektur und Gestaltung ist zweifelsohne das Bauhaus. Walter Gropius hatte für diese 1919 gegründete neuartige Ausbildungsinstitution die Vereinigung von Kunst und Technik zu einer Einheit gefordert. 1926 nach Dessau umgezogen, wurde an dieser Schule so auch mit dem neuartigen Material Stahlrohr experimentiert – u.a. von Bauhaus-Lehrern wie Marcel Breuer oder Mart Stam.

Diese Experimente standen im Zusammenhang mit der aufkommenden Bewegung des Neuen Bauens, die dem modernen Menschen neue Architektur und neue Einrichtungen bieten wollte. Durch das Engagement von Thonet seit Ende der 1920er Jahre erhielt das Stahlrohrkonzept eine durchschlagende Wirkung und gelangte zu wachsender Popularität.

Bauhaus Dessau, Restaurant und Gästehaus
„Weniger ist mehr.
Less is more.”
Ludwig Mies van der Rohe
Exhibition Deutscher Werkbund, Paris 1930

Meilensteine der Designgeschichte

Heute gelten etliche der damals wie heute von Thonet produzierten Stahlrohrmöbel als Meilensteine der Designgeschichte.

Der S 33, 1927 in der Weißenhof-Siedlung präsentiert und bis heute im Thonet Programm, gilt als erster Freischwinger der Möbelgeschichte. Er geht auf einen Entwurf von Mart Stam zurück. Der S 32/S 64 von Marcel Breuer mit seinem prägnanten Rohrgeflecht ist der wohl der bekannteste und am meisten produzierte Stahlrohr-Klassiker. Ebenfalls im Programm: der Freischwinger S 533 von Mies van der Rohe.

S 533 R

Mies van der Rohe

Haus Schminke, 1933

Denkmal der Moderne

Das Haus Schminke des Architekten Hans Scharoun in Löbau in der Oberlausitz wurde 1930 entworfen und gilt als eines der weltweit herausragenden Beispiele des Neuen Bauens. Auftraggeber war das Fabrikantenehepaar Schminke. Begeistert von der innovativen Architektur ihrer Zeit, beschäftigte sich das Ehepaar Schminke mit aktuellen Bauausstellungen. So besuchten sie auch die Weißenhof-Siedlung, bevor sie sich für Hans Scharoun als Architekten entschieden.

1933 bezog die Familie das Haus, in dem Möbel von Thonet zum Einsatz kamen, u.a. der S 533, 1927 von Mies van der Rohe entworfen. Die von Mies bewusst gewählte Reduktion der Materialien verbindet funktionales Industriedesign mit organischen Formen und macht den Stuhl zum zeitlosen Klassiker.