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Das Prinzip Thonet

Das Prinzip Thonet

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214

Eine Erfolgsgeschichte mit vielen Facetten

Die Basis war eine neue Technik, das Biegen von massivem Holz, das Michael Thonet in den 1850er Jahren perfektionierte und damit eine Serienfertigung überhaupt erst möglich machte. Hinzu kam eine neue, schlichte Ästhetik und ein günstiger Preis;

dies sorgte für eine Revolution im Einrichtungsstil: Plötzlich sahen Wohnungen, Restaurants und Cafes ganz anders aus – weniger schwer, weniger üppig.

„Noch nie ist Eleganteres und Besseres     
 in der Konzeption, Exakteres in der
 Ausführung und Gebrauchstüchtigeres
 geschaffen worden”
   Le Corbusier

Eine geniale Vertriebsidee

In einer Transportkiste mit einem Kubikmeter Rauminhalt wurden 36 zerlegte Stühle inklusive der Schrauben verpackt und in die ganze Welt geschickt. Montiert wurden sie vor Ort – in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika.

Deshalb gilt Thonet als Pionier des Industrie-Designs und der Stuhl Nr. 14, heute 214, als das gelungenste Industrieprodukt weltweit:
mit ihm begann die Geschichte des modernen Möbels.

MICHAEL THONET

1819 gründet Michael Thonet (1796-1871) in Boppard am Rhein eine Bau- und Möbeltischlerei. Sie ist der Ursprung unseres heutigen Unternehmens. In den 1830er Jahren experimentiert er mit in Leim gekochten Furnierstreifen, nach mehreren Jahren gelingt ihm dann die Erfindung der "Möbel aus massiv gebogenem Holz".

Fürst Metternich, Staatskanzler der K.u.K. Monarchie, findet Gefallen an seinen Möbeln und holt ihn 1842 nach Wien. Dort eröffnet er zusammen mit seinen Söhnen 1849 ein neues Unternehmen. In jenem Land war Thonet maßgeblich u.a. an der Ausstattung des Palais Liechtenstein und des Palais Schwarzenberg beteiligt. 1850 richtet Anna Daum ihr Kaffeehaus in Wien mit dem Sessel Nr. 4 ein. Innovative Fertigungs- und Vertriebsmethoden sowie ein umfangreiches Sortiment von Stühlen, Tischen, Sesseln, Liegen, Garderoben usw. führen zum rasanten Aufschwung des Unternehmens und zu weltweiter Anerkennung. Ab 1889 wird in sieben Fabriken im heutigen Tschechien, Ungarn, Russland und in Frankenberg (Deutschland) produziert. Es gibt eigene Handelshäuser in allen wichtigen Metropolen der Welt.

Der Stuhl gilt als wichtigstes Industrieprodukt

Allein bis zum Jahr 1930 wurde er über 50 Millionen Mal produziert. Der so genannte Kaffeehausstuhl stand und steht heute noch in Wohnungen, Cafés und in vielen öffentlichen Bereichen.

Eine Anekdote erzählt davon, wie in Paris das Restaurant des neuen Eiffelturms mit Thonet-Stühlen eingerichtet wurde. Dabei stürzte ein Stuhl von der ersten Plattform aus 57 Metern Höhe in die Tiefe – und nahm keinen Schaden! Bis heute sind Gestaltung, Qualität und Langlebigkeit für Thonet Möbel die wichtigsten Merkmale.

1859

214 Michael Thonet
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2007

404 Stefan Diez
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”Für mich ist das Thema
Dreidimensionalität
besonders eng mit der
Geschichte von Thonet
verbunden. Diese ver-
rückte Idee, Holz so zu
biegen als ob es ein
zweites Mal wächst.”

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