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documenta Lounge

Innenarchitektin: Nicole Miller

 

Fotos: Constantin Meyer


Stühle 404 F

 

Alle fünf Jahre wird Kassel für genau 100 Tage zum internationalen Hotspot für zeitgenössische Kunst. Die documenta 14 zeigt einen Querschnitt aktueller Werke aus unterschiedlichsten Sparten – von Malerei, Grafik und Bildhauerei über Video, Film und Konzeptkunst bis zu Skulptur. Begleitet wird die von Adam Szymczyk kuratierte Kunstschau von der speziell inszenierten „documenta Lounge“: Am zentralen Friedrichsplatz in der Innenstadt von Kassel wird in einem L-förmigen 1950er-Jahre-Bau ein Interior präsentiert, das in Anlehnung an das außergewöhnliche Ausstellungsformat konzipiert ist – prozessual, breit gefächert, offen, international. Die Innenarchitektin Nicole Miller hat für diesen besonderen Ort eine Selektion an Highlights des Möbeldesigns zusammengestellt. Sie mischt ganz bewusst Klassiker mit zeitgenössischen Modellen, darunter mehrere Exemplare des Armlehnstuhls 404 F von Thonet, mit dem Designer Stefan Diez auf das große Bugholzerbe referiert.

 

Der gemeinsame Nenner aller Möbel in der documenta Lounge ist die Farbe Schwarz, die sich zudem auf dem Linoleumboden sowie den Wänden wiederfindet. Durch die schwarze Monochromie wird die Wahrnehmung der Besucher subtil gelenkt, der Fokus richtet sich auf Material, Oberfläche, Verarbeitung, Proportion und Form. Die vorhandene Vielseitigkeit stellt einen Bezug zu den ausgestellten Kunstwerken dar. Wo die documenta unterschiedliche Positionen der Kunst auslotet, vermischt die Lounge auf eklektische Art verschiedene Designstile, Haltungen und Tendenzen. 


Neben der gewählten Farbe wird der Raum durch eine großzügige Fensterfront mit davor liegendem Balkon geprägt, wodurch ein weitläufiger Blick in die Karlsaue freigegeben wird. Dort sind Werke der aktuellen documenta-Künstler im öffentlichen Raum zu sehen. Der „Black Space“ korrespondiert auf eindrückliche Weise mit dem intensiven Parkgrün des Draußen: Der Park wird zur Bühne, die documenta Lounge zur Loge, wo Meetings und Gespräche in inspirierender Ruhe stattfinden können. Auch die Idee des Prozesshaften, die ein wichtiges Charakteristikum der documenta darstellt, hat Miller aufgegriffen: Alle Möbel lassen sich je nach Bedarf und Situation anordnen, so dass ständig neue Situationen entstehen, die den verschiedenen Gästegruppen – von Sponsoren bis zum Bundespräsidenten mit seinem Stab – gerecht werden.

 

 

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